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GLOBALE BEDROHUNGEN

GLOBALE BEDROHUNG

Was haben Luftverschmutzung, Klimawandel, Ebola und Impfgegner gemeinsam? Die Antwort wird manchen überraschen: Alle sind in diesen Tagen von der Weltgesundheitsorganisation zur GLOBALEN BEDROHUNG erklärt worden.

Aktuelle Ausbrüche von Masern in Europa haben gezeigt, dass es durchaus Erkrankungen gibt, für deren Ausrottung der Medizin alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese sind aber unwirksam, wenn nicht der überwiegende Teil der Bevölkerung mitmacht.
Es hat früher bereits weltumspannende Massnahmen gegeben, eine der schrecklichsten Geisseln endgültig zu besiegen: die Pest. Wer wissen will, was die Pest im Mittelalter auch in Europa, auch vor unserer Haustür angerichtet hat,dem stehen zahlreiche Berichte zur Verfügung. Letzlich konnte die Pest besiegt werden durch eine Vielzahl von Massnahmen, die als Beginn der modernen Hygiene im weitesten Sinne gelten können.
In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts begann ein Weltweites Programm zur Ausrottung der Pocken, einer gefürchteten Viruserkrankung mit hoher Ansteckungs-gefahr, die in den meisten Fällen zum Tod geführt hat.
Die Pockenschutzimpfung war ein zentraler Bestandteil dieser Massnahmen, übrigens die erste jemals entwickelte Schutzimpfung überhaupt. Sie wurde begründet von Edward Jenner 1796. Jenner war übrigens Hausarzt und hatte bemerkt, das bestimmte Personen wie die Kuhmägde offenbar vor Pocken geschützt waren. Er vermutete, dass der Kontakt zu einer für Menschen nicht weiter gefährlichen Erkrankung, der Kuhpocken, zu einem Schutz vor „richtigen“ Pocken führt und aufgrund dieser Erfahrung die Impfung entwickelt. Schon 1799 impfte der hannoversche Arzt Christian Friedrich Strohmeyer Kinder nach Jenners Methode. Als vorläufigen Höhepunkt der Anti-Pocken Kampagne konnte die WHO im Mai 1980 die Ausrottung der Erkrankung feststellen. Das war etwas voreilig, da in einigen begrenzten Regionen seither immer mal wieder Einzelfälle aufgetreten sind, grundsätzlich aber hat die Pockenimpfaktion gezeigt, dass Infektionserkrankungen besiegt werden können.
Seit 1963 gibt es die Masernimpfung. Die Erkrankung könnte ausgerottet sein, wenn alle Menschen geimpft wären. Durch die intensiven Impfungen in den 60 er und 70er Jahren erschien die Erkrankung zumindest in Europa besiegt zu sein, das wiederum hat die Impfmüdigkeit befördert. Insbesondere Internet und soziale Medien haben durch die Verbreitung von grobem Unsinn, Neudeutsch Fake news, unbewiesenen Behauptungen in Verbindung mit unsinnigen Verschwörungstheorien, dazu beigetragen, in einigen Bevölkerungskreisen die Ablehnung von Impfungen zu befördern.
Fakt ist: 2018 sind in Europa 84.000 Menschen an Masern erkrankt. Rund 55.000 Menschen so schwer, dass sie deshalb stationär behandelt werden mussten. Dank moderner Intensivmedizin starben nur 72 Patienten, die Zahl derer, die irreparable Hirnschäden davontrugen kommt hinzu: 86. Entscheidend für die Sinnhaftigkeit einer Impfung ist immer die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko. Nichts wird in Deutschland so genau untersucht wie Schäden oder Nebenwirkungen von Impfungen, Federführend ist das Robert Koch Institut, das nach sorgfältiger Abwägung Impfempfehlungen ausspricht.
Alle Meldungen werden vom Institut veröffentlicht, transparenter kann ein Verfahren nicht sein. Die Impfempfehlungen, auf denen auch die Kostenübernahme-entscheidungen der Krankenkassn beruhen, werden nur für solche Impfungen ausgesprochen, für die der Nutzen die Risiken klar überwiegt.
Letzte Zahlen: 2017 erhielt das Institut 4027 Verdachtsmeldungen auf Impf-Nebenwirkungen. In 8 Fällen von diesen 4027 wurden bleibende Schäden durch eine Impfung festgestellt, davon waren 6 Kinder , deren einziger Schaden eine kleine Narbe an der Einstichstelle war. Bleiben 2 schwerwiegende Impfschäden gegenüber 158 an Masern gestorbene oder wegen Enzephalitis Schwerbehinderte. Nutzen / Risikobewertung : Eindeutig pro Impfung!

Um eine Epidemie zu verhindern müssen über 95% der Bevölkerung geschützt sein. Bei der Masern-Mumps-Röteln Impfung werden heute 97% einmal aber nur 93% zweimal geimpft. Die Differenz von 4% sind keine Impfgegner sondern Menschen, die aus Nachlässigkeit die zweite Impfung unterlassen. Da hilft auch keine Impfpflicht, da hilft nur Bewusstsein schaffen für die Wichtigkeit des Themas. Und deshalb dieser lange Artikel.

Praxiszeitung

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